Was Web Analytics nicht leisten kann

Web Analytics oder die Webanalyse bezieht ihre Aussagen immer aus einer Messung von Ereignissen.

Das heißt es wird gemessen,

– dass etwas geschieht,
– wie etwas geschieht,
– in welcher Reihenfolge etwas geschieht
– wie häufig etwas geschieht
– usw. …

Dagegen kann das „Warum?“ durch die Webanalyse nur teilweise geklärt werden.

Technische Gründe für Ereignisse können häufig durch analytische Methoden gefunden werden, doch die Motivation von  Benutzern oder Kunden ist der Webanalyse nicht direkt zugängig.

Mit Hilfe der Webanalyse kann man Seitenaufrufe, Klicks und Requests messen. Analytiker können Texte begutachten und klassifizieren. Wir können das Verhalten der Menschen nach messen, z.B. dass jemand klickt oder dass jemand schreibt, nicht jedoch die Absichten desjenigen, der klickt oder schreibt.

Als Webanalytiker können wir zwar das Verhalten der Besucher einer Website interpretieren, müssen uns aber jederzeit darüber im Klaren sein, dass dies unsere Sicht der Dinge ist, unsere „Interpretation der Welt“, die durch Fakten zwar gestützt, aber nie vollständig belegt werden kann.

Es gilt stets klar die Fakten und die Interpretation der Fakten zu unterscheiden.

Häufig sind sich Analysten selbst nicht darüber klar, wo die gesicherte Erkenntnis aufhört und die Interpretation bzw. Häufig auch „intelligentes Raten“ anfängt.

Wir können keine Gedanken lesen!

 

(Bild by guitargoa Quelle: Stock.XCHNG)

Web Analytics und Messfehler

Web Analytics besteht aus einer Messung und der Analyse dieser Messung. Damit bildet sie die Grundlage für Entscheidungen im eBusiness.

Jede Messung ist mit Fehlern behaftet. Um die Messung analysieren zu können und vernünftige Entscheidungen abzuleiten ist es wichtig mögliche Fehler zu kennen.

Grobe „menschliche“ Fehler

  • Fehler des Experimentators (Logik, Vertippen, Zahlendreher …)
  • ungeeignete Messverfahren
  • ungeeignete Auswerteverfahren
  • außer Acht lassen von Fehlerquellen

Diese Fehler sind vermeidbar!

Systematische Fehler

  • Umwelteinflüsse
  • Schlechte ‚Eichung‘ oder Kalibrierung

Diese Fehler lassen sich durch Wiederholung der Messung nicht aufheben.

Statistische Fehler / Zufallsfehler

Fehler, die sich durch Wiederholte Ausführung der Messung minimieren lassen. Die Fehler lassen sich mit der Fehlerrechnung analysieren.

Das Gesetz der großen Zahlen sorgt dafür, dass diese Fehler um so kleiner werden, je so öfter gemessen wird.

Web Analytics

Wie bei jeder anderen Messung muss man auch bei Web Analytics mit Messfehlern leben. Man versucht diese zu minimieren, man kann sie jedoch nicht vollständig vermeiden.

Web Analytics und wissenschaftliche Methoden

Die Naturwissenschaften haben sich über Jahrhunderte einige grundlegenden Methoden der Gewinnung von Wissen angeeignet. Insbesondere die Verwendung von Logik, kausaler Zusammenhänge und die Überprüfung dieser Zusammenhänge durch Messungen gehören zu diesen Methoden.

Folgende Vorgehensweise hat sich dabei bewährt:

  1. Man stellt der ‚Natur‘ in intelligenter Weise eine Frage in Form einer Messung
  2. Die in der Messung gewonnen Daten werden analysiert
  3. Auf der Analyse wird eine Hypothese formuliert
  4. Es wird versucht die Hypothese in weiteren Messungen zu widerlegen oder zu bestätigen

Eine Hypothese, die durch Messungen weder bestätigt, noch falsifiziert werden kann gilt nicht als wissenschaftlich und belastbar, sondern hat den Charakter eines Glaubenssatzes.

Glaubensfragen und Religion sind nicht Gegenstand der Webanalyse, sondern die Schaffung einer Entscheidungsgrundlage anhand von gesicherten Fakten.

Web Analytics bedient sich also sinnvollerweise wissenschaftlicher Methoden und versucht überprüfbare, reproduzierbare und logisch schlüssige Ergebnisse zu liefern.

Web Analytics: Von der Beobachtung zur Messung

Als Mensch ist man auf seine natürliche Umwelt sehr gut vorbereitet. Unsere Sinne lassen uns alle wichtigen Umwelteinflüsse erfassen. Unsere Gehirn ist darauf trainiert Sinn in unsere Wahrnehmungen zu bringen.

Oft Täuschen uns unsere Sinne aber auch. Beispiele für optische Täuschungen kennt sicherlich jeder. Eine schöne Sammlung finden Sie unter: http://www.michaelbach.de/ot/index-de.html

Im folgenden Bild haben z.B. die Quadrate mit den Buchstaben A und B exakt die selbe Farbe (#787878). Unser Gehirn versucht aber die Farben je nach Licht und Schattenwurf anders zu interpretieren.

Sie sehen, dass wir nicht alleine auf unsere Beobachtung und Wahrnehmung vertrauen können, um die Realität zu beschreiben.

Wir benötigen eine Messung – mit der Messung werden Beobachtungen quantifiziert und Täuschungen vermieden (falls man die Messung richtig vorbereitet, durchführt und die Ergebnisse richtig interpretiert).

Genauso wie für die physische Welt gilt diese Feststellung auch für Websites. Die Messung des Verhaltens der Besucher und die Interpretation dieser Messung wird allgemein als Webanalyse bezeichnet.

Die Webanalyse soll Täuschungen vermeiden und Entscheidungen auf einer gesicherten Kenntnis des Besucherverhaltens ermöglichen und damit zu Verbesserung des Erfolges  einer Website beitragen.

(Bild: unter GNU Lizenz, Quelle: weltderwunder.de.msn.com )

Gesichtserkennung bei Facebook abschalten

Facebook Option Gesperrt

Nicht jedem gefällt, dass Facebook ungefragt die Gesichtserkennung aktiviert hat. Mit der Gesichtserkennung können „Freunde“ ein Foto mit dem Namen einer Person versehen. Später kann ein automatisierter Prozess diese Person auf beliebigen anderen Fotos wieder erkennen.

Diese Funktion lässt sich einfach abschalten, indem Sie rechts oben auf „Konto“, dann auf “Privatsphäre-Einstellungen” klicken.

Facebook Konto Einstellungen

Nun wählen Sie “Benutzerdefinierte Einstellungen”.

 

Facebook Benutzerdefinierte Einstellungen

Klicken Sie auf “Einstellungen bearbeiten” im Abschnitt “Dinge, die andere Personen teilen” / “Freunden Fotos von mir vorschlagen”.

 

Facebook Freunden Fotos von mir vorschlagen

Wählen Sie nun die Option „Gesperrt“.

 

Facebook Option Gesperrt

 

Englischsprachige Leser finden einen ausführlicheren Artikel im naked security blog.