Besuche,Visits und Sessions

Begriffsdefinition Besuche

Die Begriffe Besuch, Session und Visit bezeichnen in der Webanalyse dieselbe Kennzahl.

Definition der DAA

Ein Besuch (auch Visit oder Session) ist eine Interaktion einer Person, mit einer Website, die aus einem oder mehreren Aufrufen einer vom Analysten zu definierenden inhaltlichen Einheit (d.h. Seitenaufruf) besteht. Wenn eine Person innerhalb einer gewissen Zeitspanne keine weitere Aktion (in der Regel zusätzliche Page Views) auf der Website entfaltet, ist der Besuch beendet.

Ein Besuch ist mit anderen Worten ein zusammenhängender Aufenthalt. Wenn man für eine gewisse Zeit irgendwo hin geht, dann besucht man diesen Ort und wenn man von dort weg geht, dann ist der Besuch in aller Regel beendet.

Man bekommt ein ganz gutes Verständnis für die Anzahl der Besuche einer Website, wenn man sich zum Beispiel fragt: „Wie oft war ich heute auf www.zeit.de?“ – „Heute Morgen einmal und heute Abend einmal.“ Dabei haben Sie vermutlich jedes Mal eine oder mehrere Seiten auf www.zeit.de angesehen.

Ein weiteres Beispiel:
Wie in meinem Artikel über die Kennzahl Unique Visitors, stellen wir uns ein Hotel vor. Wir übernachten dort jedes Jahr im Urlaub. Wenn wir nun fragen: „Wie oft war ich in diesem Hotel?“ gibt uns die Antwort wieder die Anzahl unserer Besuche (oder auch Sessions bzw. Visits).

Das Ende des Urlaubs ist immer genau definiert, also wissen wir auch immer, wann ein Aufenthalt (Besuch) beendet ist.

Wenn wir uns jetzt einen Geschäftsreisenden vorstellen, der mehrfach im Monat oder sogar in der Woche in Hotels übernachtet, dann wird es schwieriger eine Aussage zu treffen.

Unser Reisender aus Karlsruhe übernachtet z.B. 2 Tage hintereinander in Frankfurt, reist danach für 3 Tage nach New York, ist das Wochenende wieder zu Hause, fährt nächste Woche wieder für einen Tag nach Frankfurt, übernachtet dort, fährt für eine Übernachtung nach Mannheim und danach wieder nach Frankfurt.

Stadt Anzahl der Tage
Frankfurt 2
New York 3
Frankfurt 1
Mannheim 1
Frankfurt 1

 

Wie oft war unser Reisender nun in Frankfurt? – Klar 3 Mal. Wie wäre es, wenn der Reisende nicht in Mannheim übernachtet hätte und dort für 16 Stunden gewesen wäre? Wenn er nun spät in der Nacht wieder in sein Hotel in Frankfurt kommt? Zählen wir das als neuen Besuch? Wahrscheinlich nicht, es war ja nur ein kurzer Abstecher nach Mannheim.

Beendet nun der Aufenthalt in Mannheim den Besuch in Frankfurt? – Das hängt wahrscheinlich davon ab, wie lange unser Reisender sich in Mannheim aufhält – oder wie lange er NICHT in Frankfurt ist.

Das Ende eines Besuches festzulegen ist der Kernpunkt bei der Zählung der Besuche.

Genau wie in unserem Beispiel mit dem Reisenden zählt man auch bei Webseiten dann einen neuen Besuch, wenn der Besucher für eine gewisse Zeit nicht mehr auf der jeweiligen Seite aktiv war.

Diese Zeitspanne wird auch Timeout genannt. Wenn der Besucher bis zum Timeout keine weitere Seite aufgerufen hat, dann beginnt beim nächsten Seitenaufruf ein neuer Besuch.

In der Praxis hat sich für Webseiten ein Timeout von 30 Minuten bewährt. Die meisten Anbieter von Web Analytics Lösungen verwenden einen Session Timeout von 30 Minuten.

In Webanalyse erfassen wir aber nicht nur das Verhalten eines einzelnen Besuchers, sondern wir erfassen das Verhalten vieler Besucher. Wir messen also viele Besuche von vielen Besuchern. Häufig werden beide Begriffe wegen der Ähnlichkeit verwechselt.

Technische Umsetzung

Die technische Umsetzung der Messung funktioniert ähnlich wie die Messung der Besucher, mit dem Unterschied, dass das für die Messung verwendete zusätzliche Cookie eine Laufzeit von 30 Minuten nach dem letzten Seitenaufruf erhält.

Wir speichern also eine Session ID in einem 30 Minuten gültigen Cookie im Browser unseres Besuchers. Wenn der Besucher innerhalb dieser 30 Minuten wieder eine Seite auf unserer Website aufruft, dann erkennen wir die Session wieder. Wenn nicht, dann wird beim nächsten Page View eine neue Session ID erzeugt und wieder für 30 Minuten im Browser unseres Besuchers gespeichert.

Zur Berechnung der Kennzahl Besuche (auch Sessions oder Visits) zählen wir später einfach nur die unterschiedlichen (unique) Session IDs der Besucher.

Achtung:
Manche Browser akzeptieren nur sogenannte „Browser Session Cookies“, das sind Cookies ohne Laufzeitbegrenzung, die gelöscht werden sobald der Browser geschlossen wird (das Ende der Browser Session). Damit ist aber nicht unser Cookie zur Zählung der Besuche gemeint, das nach 30 Minuten gelöscht wird. Es handelt sich nur um eine zufällige Namensgleichheit.
Dieses Verhalten mancher Browser bedeutet, dass das Cookie zur Zählung der Besuche nicht im Browser gespeichert werden kann, obwohl es evtl. sogar noch schneller gelöscht wird als die Cookies, die der Browser akzeptiert.(Browser Session Cookies) Dies wiederum hat zur Folge, dass uns der Browser beim nächsten Seitenaufruf kein Cookie mit unserer Session ID senden kann und daher ein neuer Besuch gezählt wird.

Was sagt uns diese Kennzahl Besuche in der Webanalyse?

Wir kennen bereits die Kennzahl Besucher (siehe Artikel: Unique Visitors). Jeder Besucher in unserer Statistik besucht mindestens einmal die Website, die wir analysieren.

Wenn die Anzahl der Besucher konstant bleibt und die Anzahl der Session steigt, dann können wir das so interpretieren, dass wir offensichtlich jemanden dazu veranlasst haben wieder zu kommen. Mit anderen Worten: Wir haben sein *Interesse* geweckt.

Wir haben damit eine höhere Bindung der Besucher an unsere Site erreicht. Das ist sehr positiv zu bewerten.

Anders herum, wenn wir immer weniger Besucher je Besucher zählen, dann wir unsere Seite zunehmend uninteressanter für unsere Besucher.

Unser Ziel sollte es also sein, die Anzahl der Visits je Besucher zu steigern oder auf hohem Niveau zu halten.

 

Web Analytics mit System – Vortrag

Web Analytics mit System Vortragsfolien (Slides)

Im Bereich Web Analytics werde ich immer wieder mit dem Umstand konfrontiert, dass hohes technisches Know How und Brachenwissen mit einer ganz erstaunlichen Orientierungslosigkeit in Bezug auf grundlegende Vorgehensweisen in der Webanalyse zusammen treffen.

Ein häufiges Symptom dafür ist, dass mit sehr hohem Aufwand gemessen wird und Charts erstellt werden, ohne dass jemals irgendjemand vor hätte aus der Analyse Schlüsse zu ziehen, die in Optimierungsmaßnahmen enden.

Sehr hohen Aufwand ohne wirklichen Nutzen zu betreiben ist evtl. eine Vorgehensweise, die man überdenken möchte. Unter Umständen wäre es also nützlich sich die grundlegenden Vorgehensweisen und Abläufe im Bereich Web Analytics zu vergegenwärtigen.

In den Slides, die ich hier vorstelle geht es um mein Grundverständnis der Aufgaben eines Webanalysten und des methodischen Ablaufes von Optimierungsprojekten.

Der Vorteil der hier vorgestellten Methode besteht darin, dass sie einfach, wiederholbar und ergebnisorientiert ist.

Sie benötigen keine Web Analytics Gurus sondern Sie gehen systematisch an die Webanalyse heran.

Aus dem Inhalt

Ich schlage normalerweise eine iterative Vorgehensweise mit 5 einfachen Schritten vor:

1.Messen!
2.Verstehen!
3.Visionen entwickeln!
4.Überzeugen!
5.Handeln!

 

Weitere Details entnehmen Sie bitte den Slides

 

Web Analytics mit System Vortragsfolien (Slides)

Web Analytics mit System Slide 3

 

Diese Präsentation besteht aus 12 Slides. Sie können die Slides gerne für eigene Veranstaltungen nutzen.

Web Analytics mit System (PDF)

Die Web Analytics Association heißt jetzt Digital Analytics Association

Die  Web Analytics Association  gab heute bekannt, dass sie Ihren Namen  in  Digial Analytics Association geändert hat.

Jim Sterne, Vorsitzender und Gründer der Digial Analytics Association, gab das Rebranding auf dem eMetrics Marketing Optimization Summit in San Francisco bekannt. Die neue Positionierung spiegelt die Ziele des  ehrenamtlich getragenen Vereins wider.

„Der Verwaltungsrat wählte den Namen mit dem Digital Analytics Association im Jahr 2011, um der sich wandelnden Rolle der Web- bzw. Daten-Analytiker gerecht zu werden.“

Wie bisher auch wird die DAA Ihre Mitglieder im Bereich der Datenanalyse unterstützen. Die DAA sieht sich aber auch als Treiber für zukünftige Forschungs- und Bildungsprogramme

„Die Landschaft der Datenanalyse-Industrie hat sich verschoben und ist seit der Einführung der mobilen und sozialen Technologien stark gewachsen „, so Peter Sanborn, President DAA.“ Als Ergebnis hat die DAA eine Metamorphose durchgemacht, um sicherzustellen, dass wir unsere Mitgliedschaft weiterhin gut unterstützen. Es war immer unser Ziel alle Datenanalysten anzusprechen und Sie durch unsere Dienstleistungen zu unterstützen. Wir denken, dass unser neuer Name diese Aufgabenstellung widerspiegelt“.

Im Rahmen des Rebranding hat die DAA ein neues Logo und die neue Website, enthüllt: www.digitalanalyticsassociation.org

Die orignal Pressmeldung finden Sie unter http://www.digitalanalyticsassociation.org/news/85508/Web-Analytics-Association-Becomes-Digital-Analytics-Association.htm

 

Unique Visitors bzw. Unique Users

Bild: webanalyse besucher bzw. visitor unique

Nach der Definition der WAA (Web Analytics Association) ist ein Besucher (engl. visitor) eine Person, die innerhalb einer gewissen Zeit, eine oder mehrere Webseiten aufruft. Der Begriff User wird oft synonym für Visitor verwendet.

Diese Definition schließt  maschinelle Zugriffe, wie die durch Spiders und Proxies aus.

Nur echte Menschen zählen als Besucher!

Im Kaufhaus oder bei einer beliebigen Veranstaltung können wir ohne weiteres die Besucher zählen, denn echte Menschen können ohne weiteres in ein Kaufhaus, einen Konzertsaal oder ein Fußballstadion gehen.

Wie verhält sich dies aber auf einer Website. Wie erhält man als Webmaster nähere Information über den Traffic einer Website. Wie viele Benutzer bzw. User hat Ihre Website?

Grundlagen

Menschen rufen mittels eines Browsers auf einem Computer eine Webseite über das Internet auf und betrachten eine Abbildung dieser Webseite auf einem Bildschirm.

Web analytics: Besucher / Visitor -> Computer -> Internet -> Webserver -> Webseite

 

Wie misst man Besucher in der Webanalyse?

Man kann in der Webanalyse (web analytics) nur Dinge im Computer des Besuchers messen, oder auch am Server des Webseitenbetreibers, aber man kann nicht einfach so aus dem Computer heraus in eine Wohnung, ein Büro oder eine  Arbeitsstätte sehen!

Wenn man in der Webanalyse (web analytics) misst, dann erfasst man also nicht Menschen, sondern die Programme und Computer, die von diesen Menschen benutzt werden.

Wie kommt man nun zur Kennzahl unique visitors / Besucher?

Um abzuschätzen wie viele menschliche Besucher auf eine Webseite waren geht man von folgender Annahme aus:
  • Jeder Besucher hat einen eigenen Account auf genau einem Computer
  • Jeder Besucher verwendet genau einen Browser auf diesem Computer
Dies trifft in vielen Fällen auch zu – man sollte sich aber darüber bewusst sein, dass:
  • einige Besucher mehrere Browser verwenden
  • einige Besucher den selben Computer und Browser verwenden

Wenn wir die Anzahl der Browserinstanzen, die eine Webseite aufrufen, nachmessen – dann können wir davon ausgehen, dass dies ungefähr der Anzahl menschlicher Besucher  dieser Webseite entspricht. Aber eben nicht exakt dasselbe ist.

Wir nehmen in Ermangelung besserer Methoden und zu Gunsten der Privatsphäre einen Messfehler in Kauf.

Messung der Visitors im Webbrowser

Am Server können wir nicht die Anzahl der zugreifenden Browserinstanzen ermitteln, denn am Server kommen alle Anfragen von Suchmaschinen, Proxies, Browsern und anderen Programmen an. Hier ist sehr schwer zwischen maschinellen und menschlichen Zugriffen zu unterschieden.

Die Messung erfolgt daher besser im Browser des Besuchers. (siehe Artikel: Tagging oder Logfile-Analyse ) Für die Messung wird im Browser des Besuchers eine sehr sehr sehr große zufällige Zahl gespeichert. Die Zahl ist natürlich so groß, dass nach aller Wahrscheinlichkeit kein anderer Browser dieselbe zufällig Zahl erhalten kann.

Beim nächsten Zugriff sendet der Browser dieser Zahl automatisch mit seiner Anfrage an den Server mit. Der Server weiß dann, dass z.B. der Besucher mit genau dieser Nummer zugegriffen hat. Ein anderen Browser / Besucher würde mit einer anderen Nummer zugreifen.

Diese Nummer wird normalerweise beim ersten Zugriff auf die Webseite vergeben und für längere Zeit in einem Cookie gespeichert. Meist spricht man von einer Besucher / Visitor ID.

Unique – die Zählung

Ihre Web Analytics Lösung zählt später die Anzahl der unterschiedlichen Visitor IDs, die in einem bestimmten Zeitraum übermittelt wurden.

Beispiel (der Übersichtlichkeit wegen mit kleinen Zahlen als Visitor ID):

Datum und Zeit des Zugriffs Visi­tor ID
2012-02-09 10:00 Visi­tor ID 1
2012-02-09 10:10 Visi­tor ID 2
2012-02-09 10:20 Visi­tor ID 1
2012-02-09 10:30 Visi­tor ID 2
2012-02-09 10:40 Visi­tor ID 3
2012-02-09 10:50 Visi­tor ID 4
2012-02-09 11:00 Visi­tor ID 4
2012-02-09 11:10 Visi­tor ID 1
2012-02-09 11:20 Visi­tor ID 4

 

 

In diesem Beispiel zählen wir 4 unterschiedliche Besucher:

  • Visitor ID 1
  • Visitor ID 2
  • Visitor ID 3
  • Visitor ID 4

mit insgesamt 9 Zugriffen bzw. Page Views:

  • Visitor ID 1 hatte 3 Page Views
  • Visitor ID 2 hatte 2 Page Views
  • Visitor ID 3 hatte 1 Page View
  • Visitor ID 4 hatte 3 Page Views

Wenn wir nun über lange Zeiträume messen, dann können pro Besucher sehr viele Zugriffe stattfinden. Um deutlich zu machen, dass jeder Besucher in diesem Zeitraum aber nur einmal gezählt wird fügt man den Begriff unique hinzu.

Korrekterweise erwähnt man noch den Zeitraum, in dem ein Besucher nur einmal gezählt wird. So entstehen die Kennzahlen tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche unique Besucher. (engl. daily unique visitors, weekly unique visitors, monthly unique visitors, yearly unique visitors)

Das ist ähnlich wie im Hotel: Dort kann ein Gast mehrfach übernachten, wird aber natürlich nur als ein Gast in der Statistik gezählt. Wenn das Hotel eine Statistik über die Anzahl der Gäste pro Jahr erstellt, dann wir jeder Gast nur einmal im Jahr gezählt, unabhängig davon, wie oft er in diesem Jahr im Hotel übernachtet hat.

Unique Visitors (Besucher) – das Fazit

Die Webanalye interessiert sich für menschliche Besucher, die jedoch niemand wirklich messen kann. Damit wir überhaupt irgendwas messen können bedienen wir der stellvertretenden Messung einer Größe (Anzahl der Webbrowserinstanzen), die wir bestimmen können und die hinreichend gut mit der für uns interessanten Größe übereinstimmt.

Diese Ungenauigkeit stört nicht weiter, solange wir Effekte messen, die wesentlich größer sind, als unser Messfehler.

 

Was ist eine ‚Seite‘ in der Webanalyse?

Für die Webanalyse hat die DAA (Digital Analytics Association) schon vor Jahren die Definition der „Seite“ an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Häufig hängt das vom Benutzer „gefühlte“ Betrachten einer Seite technisch nicht mehr mit dem Abruf einer Webseite von einem Server zusammen.

Z.B. wird in einem Standard Magento-Shop der gesamte Kaufprozess auf einer einigen „HTML-Seite“ durchgeführt. Dabei klappen immer wieder andere Bestandteile der Seite auf und wieder zu.

Die DAA (Digital Analytics Association) trägt diesem Umstand Rechnung, indem sie die Definition des Begriffes Seite (engl. Page) so trifft, dass der Seitenaufruf für die Webanalyse nicht mehr mit dem technischen Seitenaufruf am Webserver verknüpft wird.

Die Seite (Page) wird von der DAA  (Digital Analytics Association) wie folgt definiert:
Die Seite ist eine vom Analysten zu definierende Einheit an Inhalt. (engl. „An analyst definable unit of content“)

Diese Definition hat den Vorteil, dass das Herunterladen eines PDFs auch als Page View gezählt werden kann, dass AJAX Requests als Page Views gezählt werden können oder auch Aufrufe von Flash Seiten.

 

(Bild: gsagri04, http://openclipart.org)

Links:

http://www.digitalanalyticsassociation.org/