Logfile Analyse – Hits, Files, Sites und Pages

Was sind Pages, Sites, Hits und Visits? – Das sind Ausdrücke aus der Webanalyse, genauer der Logfile Analyse.

Nach wie vor hat die Logfile Analyse Ihre Berechtigung. Analyzer wie z.B. „analog“ oder „webalizer“ sind sehr beliebt und in fast jedem Webhostingpaket enthalten.

Sehen wir uns die Zahlen, die diese Tools erzeugen etwas genauer an. Zahlen aus der Logfileanalyse sollten nicht mit den Zahlen, die mit moderneren Methoden erhoben werden, verglichen werden. Mehr dazu finden Sie im Artikel Logfile Analyse oder Tagging?

Logfile Analyse

Logfiles sind Protokolldateien (log), in den der Webserver festhält welche Anfragen er erhalten und beantwortet hat. Der Logfile Analyzer (ein kleines Programm) zählt nun alle Zeilen in diesen Dateien, das Auftreten bestimmter Worte oder Ausdrücke und erstellt Statistiken über die Ergebnisse dieser Logfileanalyse.

Hits

Jede Zeile im Logfile  repräsentiert eine Anfrage bzw. die zugehörige Antwort des Webservers. Der Webserver schreibt eine Zeile für jede Grafik, jede HTML-Seite und jedes .css File, das er ausliefert.

Die Kennzahl Hits (deutsch: Treffer) ist nichts anderes als die Anzahl der Zeilen im Logfile für einen Zeitraum.

Wenn ein Besucher ein Seite aufruft, dann werden normalerweise viele Dateien geladen. Oft sind das 30 oder mehr Dateien. Bei manchen Seiten können auch hunderte von Dateien geladen werden.

Für jede Seite kann die Anzahl der geladenen Datei unterschiedlich sein. Es ist deshalb sehr schwer aus den Hits die Anzahl der Pageviews zu bestimmen.

Zusätzlich finden Sie im Logfile auch Hits, die keine Dateien, sondern nur Statusinformationen beinhalten.

Pages

Um die Zahl der vom Server ausgelieferten Seiten (Pages) zu bestimmen, zählt ein Analyzer alle Zeilen, die Dateinamen mit bestimmten Endungen enthalten. Z.B.  „.html“, „.php“, „jsp“ …

Die Anzahl der vom Server ausgelieferten Seiten ist aber nicht identisch mit der Zahl der von Besuchern aufgerufenen Seiten. Viele Seiten, die ein Besucher sieht kommen nicht vom Webserver direkt, sondern von schnellen Zwischenspeichern (Proxies). Diese Aufrufe erreichen die Server nicht und sind deshalb auch in den Logfiles nicht enthalten.

Wenn Sie sich für die von Besuchern aufgerufenen Seiten interessieren, dann sollten Sie nicht in Logfiles nachsehen, sondern direkt im Browser des Besuchers messen.  (Tagging Methode)

Zudem sollten Sie daran denken, dass die Anzahl der ausgelieferten Seiten davon abhängig ist, in wie weit es  gelingt alle verwendeten Dateiendungen in Ihre Logfileanalyse Software einzutragen.

Wenn Sie z.B. nur Zeilen im Logfile zählen, die auf .html enden und es gibt einige Ihrer Seiten mit der Dateiendung .htm, dann werden Sie die Aufrufe dieser Seiten nicht messen können.

Files

Die Kennzahl Files (deutsch: Dateien) zählt alle Zeilen im Logfile, die nicht nur reine Statusinformationen enthalten.

Sites

Damit der Webserver Webseiten ausliefern kann benötigt er die IP Adresse des Besuchers einer Website. Im Logfile wird für jeden Request die IP Adresse des Besuchers festgehalten. Die Kennzahl ‚Sites‘ ist die Anzahl der unterschiedlichen IP Adressen im Logfile für einen bestimmten Zeitraum. Unterschiedlich heißt in diesem Zusammenhang: Jede IP Adresse wird nur einmal gezählt.

Visits

Für jede Zeile im Logfile wird der Zeitunterschied zum vorigen Request von der selben IP Adresse berechnet. Immer dann, wenn der Zeitunterschied größer als ein bestimmter Wert (meistens 30 Minuten) wird, dann wird ein neuer Besuch (Visit) gezählt. D.h. wenn ein Besucher mehr als 30 Minuten inaktiv ist, dann wird beim nächsten Seitenaufruf ein neuer Besuch gezählt.

Verwenden Sie Logfile-Analyse? Wenn ja, dann schreiben Sie doch einen Kommentar. Teilen Sie uns mit, wie Sie Ihre Analysen einsetzen.

 

Links:

webalizer – The Webalizer ist ein schneller und freie Logfileanalyseprogram

analog –  Der weltweit meistbenutzte Logfile Analyzer

Besuche,Visits und Sessions

Begriffsdefinition Besuche

Die Begriffe Besuch, Session und Visit bezeichnen in der Webanalyse dieselbe Kennzahl.

Definition der DAA

Ein Besuch (auch Visit oder Session) ist eine Interaktion einer Person, mit einer Website, die aus einem oder mehreren Aufrufen einer vom Analysten zu definierenden inhaltlichen Einheit (d.h. Seitenaufruf) besteht. Wenn eine Person innerhalb einer gewissen Zeitspanne keine weitere Aktion (in der Regel zusätzliche Page Views) auf der Website entfaltet, ist der Besuch beendet.

Ein Besuch ist mit anderen Worten ein zusammenhängender Aufenthalt. Wenn man für eine gewisse Zeit irgendwo hin geht, dann besucht man diesen Ort und wenn man von dort weg geht, dann ist der Besuch in aller Regel beendet.

Man bekommt ein ganz gutes Verständnis für die Anzahl der Besuche einer Website, wenn man sich zum Beispiel fragt: „Wie oft war ich heute auf www.zeit.de?“ – „Heute Morgen einmal und heute Abend einmal.“ Dabei haben Sie vermutlich jedes Mal eine oder mehrere Seiten auf www.zeit.de angesehen.

Ein weiteres Beispiel:
Wie in meinem Artikel über die Kennzahl Unique Visitors, stellen wir uns ein Hotel vor. Wir übernachten dort jedes Jahr im Urlaub. Wenn wir nun fragen: „Wie oft war ich in diesem Hotel?“ gibt uns die Antwort wieder die Anzahl unserer Besuche (oder auch Sessions bzw. Visits).

Das Ende des Urlaubs ist immer genau definiert, also wissen wir auch immer, wann ein Aufenthalt (Besuch) beendet ist.

Wenn wir uns jetzt einen Geschäftsreisenden vorstellen, der mehrfach im Monat oder sogar in der Woche in Hotels übernachtet, dann wird es schwieriger eine Aussage zu treffen.

Unser Reisender aus Karlsruhe übernachtet z.B. 2 Tage hintereinander in Frankfurt, reist danach für 3 Tage nach New York, ist das Wochenende wieder zu Hause, fährt nächste Woche wieder für einen Tag nach Frankfurt, übernachtet dort, fährt für eine Übernachtung nach Mannheim und danach wieder nach Frankfurt.

Stadt Anzahl der Tage
Frankfurt 2
New York 3
Frankfurt 1
Mannheim 1
Frankfurt 1

 

Wie oft war unser Reisender nun in Frankfurt? – Klar 3 Mal. Wie wäre es, wenn der Reisende nicht in Mannheim übernachtet hätte und dort für 16 Stunden gewesen wäre? Wenn er nun spät in der Nacht wieder in sein Hotel in Frankfurt kommt? Zählen wir das als neuen Besuch? Wahrscheinlich nicht, es war ja nur ein kurzer Abstecher nach Mannheim.

Beendet nun der Aufenthalt in Mannheim den Besuch in Frankfurt? – Das hängt wahrscheinlich davon ab, wie lange unser Reisender sich in Mannheim aufhält – oder wie lange er NICHT in Frankfurt ist.

Das Ende eines Besuches festzulegen ist der Kernpunkt bei der Zählung der Besuche.

Genau wie in unserem Beispiel mit dem Reisenden zählt man auch bei Webseiten dann einen neuen Besuch, wenn der Besucher für eine gewisse Zeit nicht mehr auf der jeweiligen Seite aktiv war.

Diese Zeitspanne wird auch Timeout genannt. Wenn der Besucher bis zum Timeout keine weitere Seite aufgerufen hat, dann beginnt beim nächsten Seitenaufruf ein neuer Besuch.

In der Praxis hat sich für Webseiten ein Timeout von 30 Minuten bewährt. Die meisten Anbieter von Web Analytics Lösungen verwenden einen Session Timeout von 30 Minuten.

In Webanalyse erfassen wir aber nicht nur das Verhalten eines einzelnen Besuchers, sondern wir erfassen das Verhalten vieler Besucher. Wir messen also viele Besuche von vielen Besuchern. Häufig werden beide Begriffe wegen der Ähnlichkeit verwechselt.

Technische Umsetzung

Die technische Umsetzung der Messung funktioniert ähnlich wie die Messung der Besucher, mit dem Unterschied, dass das für die Messung verwendete zusätzliche Cookie eine Laufzeit von 30 Minuten nach dem letzten Seitenaufruf erhält.

Wir speichern also eine Session ID in einem 30 Minuten gültigen Cookie im Browser unseres Besuchers. Wenn der Besucher innerhalb dieser 30 Minuten wieder eine Seite auf unserer Website aufruft, dann erkennen wir die Session wieder. Wenn nicht, dann wird beim nächsten Page View eine neue Session ID erzeugt und wieder für 30 Minuten im Browser unseres Besuchers gespeichert.

Zur Berechnung der Kennzahl Besuche (auch Sessions oder Visits) zählen wir später einfach nur die unterschiedlichen (unique) Session IDs der Besucher.

Achtung:
Manche Browser akzeptieren nur sogenannte „Browser Session Cookies“, das sind Cookies ohne Laufzeitbegrenzung, die gelöscht werden sobald der Browser geschlossen wird (das Ende der Browser Session). Damit ist aber nicht unser Cookie zur Zählung der Besuche gemeint, das nach 30 Minuten gelöscht wird. Es handelt sich nur um eine zufällige Namensgleichheit.
Dieses Verhalten mancher Browser bedeutet, dass das Cookie zur Zählung der Besuche nicht im Browser gespeichert werden kann, obwohl es evtl. sogar noch schneller gelöscht wird als die Cookies, die der Browser akzeptiert.(Browser Session Cookies) Dies wiederum hat zur Folge, dass uns der Browser beim nächsten Seitenaufruf kein Cookie mit unserer Session ID senden kann und daher ein neuer Besuch gezählt wird.

Was sagt uns diese Kennzahl Besuche in der Webanalyse?

Wir kennen bereits die Kennzahl Besucher (siehe Artikel: Unique Visitors). Jeder Besucher in unserer Statistik besucht mindestens einmal die Website, die wir analysieren.

Wenn die Anzahl der Besucher konstant bleibt und die Anzahl der Session steigt, dann können wir das so interpretieren, dass wir offensichtlich jemanden dazu veranlasst haben wieder zu kommen. Mit anderen Worten: Wir haben sein *Interesse* geweckt.

Wir haben damit eine höhere Bindung der Besucher an unsere Site erreicht. Das ist sehr positiv zu bewerten.

Anders herum, wenn wir immer weniger Besucher je Besucher zählen, dann wir unsere Seite zunehmend uninteressanter für unsere Besucher.

Unser Ziel sollte es also sein, die Anzahl der Visits je Besucher zu steigern oder auf hohem Niveau zu halten.

 

Web Analytics mit System – Vortrag

Web Analytics mit System Vortragsfolien (Slides)

Im Bereich Web Analytics werde ich immer wieder mit dem Umstand konfrontiert, dass hohes technisches Know How und Brachenwissen mit einer ganz erstaunlichen Orientierungslosigkeit in Bezug auf grundlegende Vorgehensweisen in der Webanalyse zusammen treffen.

Ein häufiges Symptom dafür ist, dass mit sehr hohem Aufwand gemessen wird und Charts erstellt werden, ohne dass jemals irgendjemand vor hätte aus der Analyse Schlüsse zu ziehen, die in Optimierungsmaßnahmen enden.

Sehr hohen Aufwand ohne wirklichen Nutzen zu betreiben ist evtl. eine Vorgehensweise, die man überdenken möchte. Unter Umständen wäre es also nützlich sich die grundlegenden Vorgehensweisen und Abläufe im Bereich Web Analytics zu vergegenwärtigen.

In den Slides, die ich hier vorstelle geht es um mein Grundverständnis der Aufgaben eines Webanalysten und des methodischen Ablaufes von Optimierungsprojekten.

Der Vorteil der hier vorgestellten Methode besteht darin, dass sie einfach, wiederholbar und ergebnisorientiert ist.

Sie benötigen keine Web Analytics Gurus sondern Sie gehen systematisch an die Webanalyse heran.

Aus dem Inhalt

Ich schlage normalerweise eine iterative Vorgehensweise mit 5 einfachen Schritten vor:

1.Messen!
2.Verstehen!
3.Visionen entwickeln!
4.Überzeugen!
5.Handeln!

 

Weitere Details entnehmen Sie bitte den Slides

 

Web Analytics mit System Vortragsfolien (Slides)

Web Analytics mit System Slide 3

 

Diese Präsentation besteht aus 12 Slides. Sie können die Slides gerne für eigene Veranstaltungen nutzen.

Web Analytics mit System (PDF)

Die Web Analytics Association heißt jetzt Digital Analytics Association

Die  Web Analytics Association  gab heute bekannt, dass sie Ihren Namen  in  Digial Analytics Association geändert hat.

Jim Sterne, Vorsitzender und Gründer der Digial Analytics Association, gab das Rebranding auf dem eMetrics Marketing Optimization Summit in San Francisco bekannt. Die neue Positionierung spiegelt die Ziele des  ehrenamtlich getragenen Vereins wider.

„Der Verwaltungsrat wählte den Namen mit dem Digital Analytics Association im Jahr 2011, um der sich wandelnden Rolle der Web- bzw. Daten-Analytiker gerecht zu werden.“

Wie bisher auch wird die DAA Ihre Mitglieder im Bereich der Datenanalyse unterstützen. Die DAA sieht sich aber auch als Treiber für zukünftige Forschungs- und Bildungsprogramme

„Die Landschaft der Datenanalyse-Industrie hat sich verschoben und ist seit der Einführung der mobilen und sozialen Technologien stark gewachsen „, so Peter Sanborn, President DAA.“ Als Ergebnis hat die DAA eine Metamorphose durchgemacht, um sicherzustellen, dass wir unsere Mitgliedschaft weiterhin gut unterstützen. Es war immer unser Ziel alle Datenanalysten anzusprechen und Sie durch unsere Dienstleistungen zu unterstützen. Wir denken, dass unser neuer Name diese Aufgabenstellung widerspiegelt“.

Im Rahmen des Rebranding hat die DAA ein neues Logo und die neue Website, enthüllt: www.digitalanalyticsassociation.org

Die orignal Pressmeldung finden Sie unter http://www.digitalanalyticsassociation.org/news/85508/Web-Analytics-Association-Becomes-Digital-Analytics-Association.htm